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Datenfunk





SSTV - Bildübertragung per Funk

Von Marco Brandt

Redakteur





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MHE-TNC
Sehen statt hören

 

Ein bekanntes Problem des Chattens trifft auf auf den Hobbyfunk zu: Man kann seinen Gesprächspartner nicht sehen. Im Gegensatz zum Chat hört man zwar die Stimme, ein Bild sagt ja aber bekanntlich mehr als tausend Worte.

Im Internet kann man mal eben schnell ein JPG Bild rüberschicken, aber wie ist es beim Sprechfunk? Nunja im Prinzip kann man das auch, nämlich via Packet-Radio. Da man dort jede Art von digitalen Daten übertragen kann, geht das natürlich auch mit Bildern. Das Bild wird auch bei schlechter Verbindung unverfälscht ankommen, schliesslich werden die Daten digital übertragen und Fehler können erkannt werden. Allerdings müssen verfälschte Daten wiederholt werden und somit kann die Übertragung eines Bildes sehr lange dauern.

Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit Bilder zu übertragen, nämlich vollkommen analog! Die Betriebsart SSTV (Slow-Scan-Television, also Fernsehen mit langsamer Bildabtastung) wurde schon entwickelt, als an PCs noch nicht zu denken war. Die Übertragung der Standbilder erfolgt dabei vollkommen analog, nämlich durch unterschiedlich helle Töne, die die Bildinformationen angeben. Es wird nur die Bandbreite eines normalen Sprechfunkkanals benötigt. Als Bildschirme wurden damals noch monochrome Bildröhren mit langer Nachleuchtdauer verwendet.

 

Analog - aber mit Computer!

Heutzutage wird dafür natürlich ein Computer benutzt - Obwohl das Übertragungsverfahren nicht digital ist. Der entscheidene Vorteil gegenüber Packet-Radio ist, daß das Bild in einer festen Zeit übertragen werden kann. (je nach Betriebsart sind das ca. 36 Sekunden) Die Nachteile dafür sind, daß Übertragungsstörungen auch unweigerlich zu Bildstörungen führen, und daß die Daten direkt übertragen werden müssen und nicht über ein digitales Netz.

In der Praxis

Wer in die Betriebsart SSTV einsteigen möchte, wird sich nicht gleich ein teures Mikrofon mit Kamera (s. obiges Bild) zulegen, sondern den eigenen PC benutzen. Man braucht einen PC (ab 486) mit Soundkarte, ein Funkgerät, passende Kabel und natürlich Software. Diese gibt es kostenlos für Linux und Windows, Downloadlinks finden Sie am Ende des Artikels. Die Windows-Software ist zwar schon etwas veraltet, dafür aber kostenlos. Neuere Programme sind Shareware und müssen registriert werden, da sonst bei gesendeten Bildern der Schriftzug "Demo" eingeblendet wird. Die Linux-Software dagegen wird wie üblich als Quellcode geliefert und ist natürlich völlig kostenfrei.

QSSTVWer einsteigen möchte, sollte sich zunächst einmal am Empfang der Bilder versuchen. Dazu wird der Lautsprecherausgang des Funkgeräts (z.B. Kopfhörerbuchse) mit dem Line-In Eingang der Soundkarte verbunden. Nun muss eigentlich nur noch die Software gestartet und das Gerät auf die richtige Frequenz eingestellt werden. Die Software beginnt meist automatisch mit der Darstellung eines empfangenen Bildes. Ansonsten genügt das Klicken auf einen Empfangsknopf.

 

 

Wo findet man eine Frequenz auf der Bilder übertragen werden? Weiter>>