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hobby-funk.net > Datenfunk > Probleme im Packet-Radio(2)
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Wer Sprechfunk betreibt hat es einfach: Entweder man befindet sich in Reichweite der Gegenstation oder nicht. Ist die Entfernung zum Gesprächspartner zu groß, kommt keine Verbindung mehr zustande. Zwar lässt sich die Sprache über ein Sprechfunkrelais umsetzen, aber auch damit ist die Reichweite begrenzt. Wer Nachrichten über große Entfernungen übertragen möchte, dem bleibt nur die Aufforderung "sag mal weiter: ...". Anders ist dies im Datenfunk: Da die Daten digital gespeichert werden, können sie beliebig oft kopiert und ausgesendet werden, ohne sich dabei zu ändern oder an Qualität zu verlieren. Dies macht den Aufbau von Netzen möglich, in denen jeder Knoten automatisch Nachrichten transportieren und weiterleiten kann, auch wenn sie nicht direkt für ihn bestimmt sind oder von ihm ausgehen. Somit kann ein Datenpaket von Umsetzer zu Umsetzer geschickt werden und dabei grosse Entfernungen überbrücken, ohne an Qualität zu verlieren. Zwischen Sender und Empfänger muß es natürlich mindestens einen Weg geben, der aus einer Anzahl von Umsetzern besteht, die die Nachricht wiederholen müssen. Existiert kein solcher Weg, so kann auch keine Nachricht übermittelt werden. In der Praxis existieren meist mehrere solcher Wege, die unterschiedlich schnell arbeiten. Zur Beurteilung der Qualität eines Weges zieht man Merkmale wie Laufzeit einer Nachricht, Datenverlust und Übertragungsrate heran. Die Aufgabe eines Routingsystems ist es nun den optimalen Weg zwischen Sender und Empfänger zu finden und aufrecht zu erhalten. Verschlechtert sich eine Verbindung oder reisst ganz ab, so muß das Routingsystem einen neuen Weg finden, falls dieser existiert. Das ganze sollte ohne Zutun des Benutzers erfolgen.
Das einfachste Routingsystem besteht darin, daß der Benutzer einen Weg zum Ziel bereits kennt und diesen vorgibt. Da die Route hier an der Quelle (der Informationen) festgelegt wird, spricht man vom Source-Routing. Im Fall des AX.25 Protokolls (Packet-Radio) gibt der Benutzer den Weg durch die Knotennamen schon beim Connect an: C ZIEL VIA NODEA NODEB NODEE Der Benutzer oder sein Computer müssen also den bessten Weg zum Ziel bereits kennen. Dies macht es erforderlich, daß die gesamte Netzstruktur bekannt ist und sich nicht ändert. Schon ein einzelner Ausfall eines Nodes macht die Verbindung unmöglich.
Woher soll aber ein Node über seine Umgebung Bescheid wissen? Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
Jedoch hat auch ein dynamisches Routingsystem prinzipbedingte Nachteile. Im Packet-Radio wird ein sogenanntes proaktives Routing verwendet, was bedeutet, daß die Nodes die Routen fortlaufend speichern und bewerten, und nicht erst, wenn die Route auch wirklich benötigt wird. Dies spart viel Zeit beim Aufbau einer Verbindung, denn man kennt den Weg zum Ziel schon. Ein Nachteil ist jedoch, daß die Verwaltungsnachrichten auch die Frequenz belasten, wenn die Nodes gerade nicht verwendet werden.
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