Sprechfunkanwendungen für Jedermann

Wer früher mit einem Funkgerät durch die Stadt gelaufen ist, wurde ungläubig bestaunt. Heutzutage ist der Anblick völlig normal, hat doch fast jeder ein Mobiltelefon und nutzt es auch ausgiebig.


Sprechen ohne Minutentakt

AUTOMANN

Die Verbindungskosten sind allerdings nicht für jeden erschwinglich. Wer sich nicht ständig kurzfasst, erlebt spätestens am Monatsende eine böse Überraschung. Die Gespräche kosten meist das Gleiche, egal ob man quer durch Deutschland, oder nur 500m zum nächsten Haus telefoniert.

Gegen Handies ist auch nichts zu sagen, schliesslich ist es beruhigend und auch bequem immer ein Telefon in der Nähe zu haben und erreichbar zu sein. Dennoch gibt es in verschiedenen Anwendungsgebieten gute Alternative zum Handy, die vor allem durch ihre Kostenersparniss Vorteile bringen. Sie sind nämlich kostenlos!

Hobbyfunk will und kann Mobiltelefone nicht komplett ersetzen. Wer an kostenloser Kommunikation im Nahbereich interessiert ist, sollte sich jedoch die folgenden Alternativen einmal genauer anschauen. Hier werden nur Sprechfunkanwendungen vorgestellt. Wer Daten übertragen möchte, findet eine Übersicht in einem eigenen Artikel.

Mit oder ohne Prüfung?


Ganz grob kann man im Hobbyfunkbereich zwischen dem Amateurfunk und den Funkanwendungen für Jedermann unterscheiden. Natürlich kann auch jeder am Amateurfunkdienst teilnehmen, es muß jedoch vorher eine Prüfung abgelegt werden. Der Amateurfunk soll nämlich in erster Linie dem technischen Experimentiertrieb der Teilnehmer dienen und keinen Telefonersatz darstellen. Wer Spass am Funken findet und gerne mit Funktechnik herumbastelt, wird auch keine Probleme haben die relativ einfache Einsteigerprüfung zu bestehen. Wer allerdings noch nie Kontakt mit Funktechnik hatte, sollte sich erstmal die im folgenden beschriebenen freien Funkanwendungen ansehen.

CB-Funk

CB-FunkWohl die älteste Funkanwendung für Jedermann. Sicherlich hat fast jeder schon einmal CB-Funk im Einsatz gesehen, z.B. in einem Film über LKW-Fahrer. Tatsächlich ist fast jeder LKW mit einem CB-Funk Gerät ausgerüstet, was benutzt wird um Informationen über Staus und Polizeikontrollen auf der Autobahn auszutauschen, oder um in einer fremden Stadt nach dem Weg zu fragen. Manchmal unterhalten sich die LKW-Fahrer aber auch einfach nur über alltägliche Dinge. Aus dem gleichen Grund betreiben aber auch viele Privatleute ein CB-Funkgerät in ihrem Auto. Aber auch daheim kann man mit einer Funkstation mit anderen Kontakt aufnehmen. Im CB-Funk trifft man fast immer neue Leute, mit denen man sich unterhalten kann.

Es gibt verschiedene Arten von Geräten: Handfunkgeräte, Mobilgeräte und Feststationen. An fast allen lassen sich externe Antennen anschliessen, was die Reichweite enorm vergrössert. Die Reichweite beträgt in der Stadt zwischen 5-10 km, im Land bis zu 50km. Wer frei auf einem Berg seinen Standort hat, kann auch noch höhere Reichweiten erzielen. Der CB-Funk benutzt 80 Kanäle im 11m Band (Kurzwelle). Da es sich um Kurzwelle handelt, sind (abhängig von atmosphärischen Bedingungen) auch Funkgespräche um die ganze Welt möglich. Leider sind diese Verbindungen nicht zuverlässig genug um sie positiv zu nutzen. Hohe Reichweite bedeutet natürlich auch meisstens viele Störungen. Weiterhin muss auch mit mutwilligen Störungen anderer Funker gerechnet werden. Meist ist ein Taxifahrer aus Moskau, der die Verbindung zur Station im Nachbardorf unmöglich macht, eher störend als erwünscht. Über Tage erreicht man dann nur Stationen aus der selben Stadt, die ein stärkeres Signal haben als die Russen. Der innerdeutsche Funkbetrieb über weitere Strecken wird dann in die Nachstunden verlegt. Einige CB-Funker warten jedoch mit Begeisterung auf solche Überreichweiten, um mit Ausländern zu reden und sich die Verbindung per Postkarte bestätigen zu lassen. Diese Karten sind begehrte Sammelobjekte. jfk

Die Antennen im CB-Funk sind gross und auffällig. Eine gute Autoantenne ist fast zwei Meter lang, eine richtige Stationsantenne über fünf Meter. Nicht jeder Vermieter erlaubt ohne weiteres den Aufbau einer solch auffälligen Antenne. Auch die Verwendung noch grösserer Richtantennen zur weiteren Erhöhung der Reichweite besteht.

Die Funkgeräte haben alle eine maximale Ausgangsleistung von vier Watt. Viele Funker benutzen verbotene Leistungsverstärker, die an das Funkgerät angeschlossen werden und die eigene Sendeleistung erhöhen. In vereinzelten Fällen kann das Störungen in anderen Geräten (z.B. Fernseher) verursachen. Wird der Funker vom Messdienst der Regulierungsbehörde überführt, so muß er den Messeinsatz bezahlen. Anfänger sollten also nur die erlaubte Sendeleistung benutzen, um Ärger zu vermeiden.

Einige Funkgeräte (insbesondere alle Geräte mit mehr als 40 Kanälen) müssen bei der Regulierungsbehörde angemeldet werden und kosten eine jährliche Gebühr. Welche Funkgeräte angemeldet werden müssen, erfährt man beim Kauf. Die meissten Funker melden ihre Geräte dennoch nicht an, denn da die Behörde dann eine Adresse des Betreibers hat, wird dieser meist bei irgendeiner Störung in der Nachbarschaft verdächtigt, was auch bei Unschuld zu Unannehmlichkeiten führen kann. Das einzige Argument für das Anmelden ist eigentlich, daß man dann ofiziell als CB-Funker gezählt ist, und mit seinen gezahlten Beiträgen die Lobby der Hobbyfunker stärken kann.

Fazit: CB-Funk hat von allen freien Funkanwendungen die besste Reichweite, wenn man denn die recht grossen Antennen aufstellen kann. Er eignet sich sowohl zum Funken in geschlossenen Gruppen, als auch zum Kennenlernen neuer Freunde. Durch seine hohe Verbreitung findet man fast in jeder Stadt Gesprächspartner, z.B. wenn man mal nach dem Weg fragen muß. Die Geräte sind relativ günstig und auch in grossen Mengen gebraucht erhältlich.

Welche anderen Funkanwendungen gibt es noch? 

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